Hochschulradio Stuttgart

HORADS goes Sziget 2019

Auch dieses Jahr ist HORADS wieder auf dem Sziget Festival in Budapest unterwegs und berichtet live vor Ort!

Das erste Sziget Festival fand 1993 statt und hat sich seitdem zu einem der größten und auch einem der beliebtesten europäischen Festivals entwickelt. Es findet im Herzen der ungarischen Metropole Budapest – auf der grünen Donau-Insel Óbuda statt und unterscheidet sich schon dadurch von vielen anderen europäischen Festivals. Davon zeugen auch die scheinbar endlosen Angebote des Sziget, die sich weit über die Headliner herausstrecken.

photo: [ Sandor Csudai ] . www.facebook.com/csudaisandor

Obwohl Musik ein wichtiger Teil des Sziget ist, sind Performances, Talks und Workshops ebenso Kernelemente. Die Talkrunden – ganz zum Thema der „Love Revolution“ passend, setzen sich mit Themen wie Gay Rights, Feminismus und Drag auseinander. Dazu werden TED Talks zu Themen wie TEDxWords, TEDxActions und TEDxHeroes gehalten. Die Performances sind weitreichend: Sie reichen von einem indischen Straßenzirkus zu britischen Comedians über eine brasilianische Trommel-Show bis hin zum deutschen Mister Piano. Und das ist noch lange nicht alles! Artisten und Performance Künstler kommen aus der ganzen Welt um ihr Talent zur Show zu stellen. Doch auch die Festivalbesucher – aus über 100 Ländern können an zahlreichen Workshops wie Bauchtanz und Yoga, Afro Drums oder einem „Love Revolution“-Art Workshop teilnehmen.

Das Sziget ist also ein Festival-Urlaub der besonderen Art. Mit dem friedlichen Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Interessen verwandelt sich Óbuda in die „Island of Freedom“ mit der „Love Revolution“ – eine Revolution aus dem Zusammenhalt der Sziget-Gemeinschaft um Anliegen zu unterstützen, die helfen sollen unseren Planeten zu einem besseren Ort zu machen – sind genau das , was das Sziget so besonders macht.

Auch gesellschaftliches Engagement legt das Sziget an den Tag, denn in diesem Jahr arbeitet das Festival durch das Sammeln von Pfandbechern mit Superar zusammen um Kindern Musik näher zu bringen, deren Eltern es sich dies sonst nicht leisten könnten.

Selbstverständlich hat das Sziget auch musikalsch viel zu bieten. Fast 200 Künstler werden in diesem Jahr wieder beim Sziget erwartet. Als Hauptacts sind dieses Mal Stars wie Ed Sheeran, Post Malone, Martin Garrix und Burak Yeter mit am Start. Auch der deutschlandweit bekannte Singer-Songwriter Bosse hat am 12. August seinen Auftritt.

Das Festival bietet aber auch vielen Newcomern und noch unbekannteren Künstlern eine Bühne: Zu ihnen gehören die US-amerikanische Metal-Band „Of Mice & Men“,der englische Alternative-Rockmusiker Yungblud und die australische Indie-Rock-Gruppe „Gang of Youths“. Wir haben die beiden Mal etwas genauer unter die Lupe genommen:

Of Mice and Men hat sich 2009 in Costa Mesa, Kalifornien gegründet. Kleiner Fun-Fact: Ausgerechnet durch Lady Gaga kam die Band zu ihrem ersten Platten-Deal!  Ihre Metal-Version von „Poker Face“ hat das Label Rise Records so begeistert, dass die Band später von ihnen unter Vertrag genommen wurde.

Wie die Band überhaupt erst auf ihren Namen kam, ist schwer zu erraten. Im Gegensatz zu ihren knorrigen Metal-Sounds, zeugt dieser nämlich von Feingeist: Einerseits bezieht sich Mouse & Men auf den gleichnamigen John Steinbeck-Roman, gleichzeitig aber auch auf eine Zeile aus Robert Burns Gedicht „To a Mouse“.

Hinter Yungblud steckt der 21-jährige Dominic Harrison aus dem englischen Doncaster, South Yorkshire. Seine strengen Gesichtszüge und sein wilder Haarschopf erinnern an eine Kreuzung aus

photo Balázs Mohai

Johnny Rotten, 6ix9ine und an Syndrome von The Incredibles. In seiner Musik wird er unter anderem von der Band Twenty One Pilots beeinflusst, die übrigens auch auf dem Sziget spielen.

Bekannt ist Yungblud vor allem für seine sozialbewussten Protestlieder, aber auch für rotzige Punk-Nummern.

Gang of Youths ist eine fünfköpfige Band aus Sydney und zählt schon jetzt zu den vielversprechendsten Live Acts in ganz Australien. Ihr Debütalbum „The Positions“ aus dem Jahr 2015 landete bereits auf Platz fünf der australischen Album Charts. Die darauf folgende EP „Let Me Be Clear“ schaffte es sogar auf die Nummer zwei. Es folgten zahlreiche ausverkaufte Shows in Australien und eine große internationale Tour. Frontmann David Le’Aupepe beschreibt deren Musik dabei so: “I want people to feel affirmed, hopeful, and bigger. It’s about connecting the heart. That’s the most important thing we do”.

Ihr wollt noch mehr über die Sziget-Acts und das Festival allgemein erfahren? Dann schaltet unbedingt ein: Am 12. Juli um 16:00 Uhr mit dem Thema der Musik-Acts und am 19. Juli um 15:00 Uhr zum Nebenprogramm und der Bedeutung des Sziget allgemein auf HORADS zur Sziget-Spezialsendung!

In 1 Woche zum Medienprofi?

Why not?

Im Februar startet die erste HORADS 88,6 Spring School – unser Kompakt-Workshop-Angebot zwischen Winter- und Sommersemester.

Wie genau die Spring School abläuft und wie ihr euch anmelden könnt, erfahrt ihr hier:

www.horads.de/springschool

Wir freuen uns.

Euer HORADS 88,6 Team

Dein Praktikum bei HORADS 88,6 | HORADS & Du

Praxissemester bei HORADS 88,6

 im Sommersemester 2023

 

Du besitzt besonderes Interesse für das Medium Radio und möchtest die Produktion von Podcasts live und direkt kennen lernen?

Diese Möglichkeit bietet das Hochschulradio Stuttgart HORADS 88,6 Studierenden der Stuttgarter und Ludwigsburger Hochschulen. HORADS 88,6 ist im Stuttgarter Stadtgebiet auf UKW 88,6 MHz sowie im Livestream auf horads.de und via HORADS-App zu empfangen.

HORADS 88,6 bietet zwischen dem 01. März und dem 30. September 2023 einer*m Studierenden aus den Studiengängen Medienwirtschaft bzw. Crossmedia-Redaktion/Public Relations eine sechsmonatige Stelle für das Integrierte Praxissemester an. Der Aufgabenschwerpunkt liegt bei der redaktionellen Unterstützung des Senders.

 

Wir erwarten:

  • journalistisch-redaktionelle Vorerfahrungen (v.a. gerne im Bereich Hörfunk/Podcasting)
  • die Bereitschaft, eigenen Content zu produzieren und fremden Content zu unterstützen: fürs Radio, für Podcasts, für Social Media
  • Ideenreichtum und Kreativität
  • selbständiges Arbeiten, Teamfähigkeit und Belastbarkeit
  • guten schriftlichen und mündlichen Ausdruck

 

Wir bieten:

  • den Erwerb von Praxiskompetenz bei einem Hörfunk- und Podcastproduzenten
  • eigenverantwortliches, projektbezogenes Arbeiten
  • eine Aufwandsentschädigung von 500 € pro Monat

 

Eure aussagefähigen Bewerbungsunterlagen richtet Ihr bitte bis spätestens 15.12.2022 per E-Mail (als ein PDF) an:

Prof. Dr. Oliver Zöllner | Hochschulradio Stuttgart | c/o Hochschule der Medien | Nobelstr. 10 | 70569 Stuttgart | E-Mail: zoellner[AT]hdm-stuttgart.de

Inhaltliche Fragen zur ausgeschriebenen Position beantworten:

Veronika Glenk | Redaktionsleiterin HORADS 88,6 | redaktion[AT]horads.de | 0711 8923 2898

Lion Oeding | Redaktionsleiter HORADS 88,6 | programm[AT]horads.de | 0711 8923 2970

 

Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen!

Popmusik und Digitalisierung

Der Einfluss der Digitalisierung auf die Popmusik

Popmusik ist in aller Ohren, sie umgibt uns tagtäglich. Für manche ist sie von großer Bedeutung, während andere sie eher beiläufig wahrnehmen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung hat sich nicht nur die Art, wie wir Songs hören verändert, sondern auch, wie sie produziert werden.

Ein kurze Reise in die Vergangenheit

Grob lässt sich die Entwicklung der Popmusik in fünf Dekaden aufteilen: Die 1950er-Jahre stehen für Rock’n’Roll und Halbstarke; die 1960er für Folk, Beat, Mods und Hippies; die 1970er für Glamrock, Psychedelic Rock und Punk; die 1980er für New Wave, Hair Metal und Synthesizer-Musik; die 1990er schließlich für Techno und HipHop. Doch was geschah danach? Zunächst schien die Bedeutung von Popmusik um die Jahrtausendwende abzunehmen. Hinweise darauf liefern beispielsweise die sinkenden Verkaufszahlen für Tonträger im klassischen Sinn. Dies ist unter anderem auf neue Medien und Technologien zurückzuführen: Es wurde mehr heruntergeladen, getauscht oder später auch gestreamt, und das oft kostenfrei. In Bezug auf die musikalische Entwicklung fällt auf, dass Popmusik in einer Art Retro-Schleife gefangen zu sein scheint, die Vergangenes immer wieder neu aufgreift.

Verlust der musikalischen Freiheit – angepasste Popmusik

Digitalisierung bedeutet auch, dass es eine immens gewachsene Verfügbarkeit von Popmusik gibt. Streamingdienste wie Spotify, Apple Music und Deezer liefern mit wenigen Klicks eine unvorstellbare Masse an Musik. Obwohl Formate wie Vinyl oder sogar die Musikcassette derzeit eine kleine Renaissance erleben, sind Anbieter digitaler Dienste heute marktbeherrschend. Wirtschaftliche Faktoren spielen eine große Rolle, wenn es um die heute konsumierte Popmusik geht. Durch Datenanalysen lässt sich genau sehen, was bei den Hörer*innen funktioniert und was nicht. Dementsprechend kann Musik auf das Konsumverhalten der Hörer*innen hin produziert werden. Es gilt die Regel: Ein Song muss sofort ins Ohr gehen, eine eingängige Hookline haben, damit er nicht weggeklickt, sondern länger gestreamt wird. Kompositionen orientieren sich heute daher an unserer Aufmerksamkeitsspanne und kommen deshalb viel schneller als früher zum vermeintlich relevanten Teil, dem Refrain, anstatt mit langen Intros zu langweilen oder zum Vorspulen zu motivieren. Aber nicht nur die Grundstruktur von Songs passt sich an. Mittels Sounddesign werden die Klänge in der Produktion gezielt an die aktuellen Gewohnheiten der Hörerschaft angepasst. Die Popmusik hat sich also an unsere Hörgewohnheiten angepasst, dadurch ist jedoch auch ein Teil der musikalischen Freiheit oder schlicht der Mut zum Ungewohnten verloren gegangen.

Auch wenn die Digitalisierung große Auswirkung auf die Popmusik und dessen Schaffensprozess hat, scheinen viele Produzent*innen sich mit dieser Thematik nur wenig auseinandergesetzt zu haben. Oliver Zöllner hat sich genauer mit dieser Problemstellung befasst. In seinem Fachbeitrag „Reconstructing Future Visions from the Past“ analysiert er, wie Popmusik mit gesellschaftlichen Vorstellungen und Auswirkungen von Digitalisierung und computergestützten Produktionsprozessen umgeht. Grundlage der Betrachtung sind ausgewählte Schlüsselwerke von den späten 1960er- bis zum Ende der 1990er-Jahre – von Jefferson Airplane und The Alan Parsons Project (I Robot) über Kraftwerk (Die Mensch-Maschine; Computerwelt) bis zu Radioheads berühmtem Album OK Computer. Aus einer wissenssoziologischen Perspektive zeigt Zöllner die Entwicklung popmusikalischer Imaginationslinien rund um technologische Wandlungsprozesse auf. Am Ende steht die Erkenntnis, dass die Popmusik im betrachteten Zeitraum Phänomene wie Digitalisierung und Automatisierung größtenteils entweder ignoriert oder extrem negativ widergespiegelt hat: als Dystopie – obwohl digitale Produktionsmittel und -techniken auch in der Popmusik gleichzeitig eine stetig wachsende Bedeutung übernahmen. Erschienen ist der Beitrag in einem Kongressband der International Association for the Study of Popular Music (IASPM).

Zöllners Beitrag findet ihr hier:

https://vibes-theseries.org/wp-content/uploads/2022/10/Z%C3%B6llner.pdf

Playlist im November (((tone.bender)))

(((tone.bender))) ist die HORADS-Sendung für Avantgarde, Experimente und Improvisationen aus den Gebieten Elektro, Akustik und Vokal. Gehe mit dem DJ auf eine Entdeckungsreise durch Neuerscheinungen von Musik, die man sonst nirgendwo hört.

Immer sonntags von 7:00 bis 10:00 Uhr und in der Wiederholung von 21:00 bis 0:00 Uhr.

Im November stehen auf der Playlist:
Jam Camp:
Dangerous In Deed
Can:
Cuxhaven 76 Eins
′A′ Trio:
Folk(s) Music + A Tower With No Imam
Pharoah Sanders:
Hum-Allah-Hum-Allah-Hum-Allah
Gabriel Prokoviev & The OpenSound Orchestra:
Breaking Screens I−V
Giulio Aldinucci:
Real (album side B)
– Lova Lova & Atelier Kamikazi:
Tu me yamba
Kanaan: Beyond
Electric Moon:
Duality
Malaria! by Monika Werkstatt: I Will Be Your Only One (Lucrecia Dalt mix)
Schneider TM:
Light & Grace
Erlend Apneseth:
5 from Nova
Ekin Fil:
Here + Dorat + Ghost Boy
Post Doom Romance & Brent Gutzeit:
Lichway

(((tone.bender))) im Oktober

(((tone.bender))) ist die HORADS-Sendung für Avantgarde, Experimente und Improvisationen aus den Gebieten Elektro, Akustik und Vokal. Gehe mit dem DJ auf eine Entdeckungsreise durch Neuerscheinungen von Musik, die man sonst nirgendwo hört.

Immer sonntags von 7:00 bis 10:00 Uhr und in der Wiederholung von 21:00 bis 0:00 Uhr.

Im Oktober stehen auf der Playlist:

Neu!, Sarathy Korwar, Cosmic Ground, Frédéric Rzewski performed by Stéphane Ginsburgh, Craven Faults, Julien Pontvianne & Abhra, Giulio Aldinucci, Konstrukt & Peter Brötzmann, Al-Qasar, Alvin Lucier performed by zeitkratzer sowie White People Killed Them.

Die (((tone.bender)))-Playlist im September

(((tone.bender))) ist die HORADS-Sendung für Avantgarde, Experimente und Improvisationen aus den Gebieten Elektro, Akustik und Vokal. Gehe mit dem DJ auf eine Entdeckungsreise durch Neuerscheinungen von Musik, die man sonst nirgendwo hört.

Immer sonntags von 7:00 bis 10:00 Uhr und in der Wiederholung von 21:00 bis 0:00 Uhr.

Im September stehen auf der Playlist: Cameron Graves, MimiCof, Jeph Jerman & Tim Barnes, Esmerine, Dylan Peirce, zeitkratzer, Minimo & Asuna, Merope, LOUFR und Léo Kupper. Sehr tolle Sachen!

HORADS 88.6 erneut auf der Gamescom…

HORADS-Reporter Oliver Zöllner hat sich ein zweites Mal auf die Gamescom-Messe in Köln gewagt,
und zwar mitten hinein in die Hölle des riesigen Publikumsandrangs am Samstag.

Dabei hat er zusammen mit seinem elfjährigen Sohn einiges entdeckt, was ihn inspiriert hat. Aber seine Ohren haben gelitten…

Seine Beträge hört ihr am Mittwoch, 31.08 und am Donnerstag, 01.09 um 18 Uhr bei HORADS 88.6