Tag fünf beim ITFS: Die besten Streifen aus BW

Unser Reporter-Abenteuer auf dem 24. Internationalen Trickfilmfestival Stuttgart neigt sich langsam dem Ende zu.
An diesem Samstag, dem vorletzten Tag des ITFS, merken wir deutlich: Es ist Wochenende. Familien besuchen das Kinderprogramm. Sie sitzen entspannt vor der riesigen LED-Leinwand am Schlossplatz, genießen ihr Eis und das Kurzfilmprogramm. Heute sind die Menschen auf dem Festival-Gelände, die unter der Woche arbeiten mussten oder außerhalb der Stadt wohnen. Das ITFS beschert Stuttgart eine kreative Atmosphäre. Überall bleiben Passanten stehen und staunen. Sie sind neugierig auf die Filme, auf die Game Zone, probieren die Animation Wall am Gerber aus oder lauschen einem der vielen Filmemachertalks und Workshops des Festivals.
Am Nachmittag zeigt das Gloria die „BW-Rolle“. In diesem Programmpunkt laufen die besten Filme aus Baden-Württemberg. Zu einem Großteil haben sie Studenten der Medien-, Kunst- und Filmhochschulen des Landes erschaffen. Jasmina Begovic von der Stuttgarter Kunstakademie stellt ihren Film „Hidden“ vor und ist beim Interview auf der Bühne sichtlich gerührt: „Es ist das erste Mal, dass unser Film auf der großen Leinwand läuft und nicht nur auf dem Tageslichtprojektor.“

Sie sagt bewusst „unser“, denn Animationsfilme sind Gemeinschaftsprojekte. Das fängt in den Ausbildungsstätten in Arbeitsteilung am Zeichenbrett, Compositing und Rendering an und ist auch bei großen Produktionen nicht anders. Produktionsstudios auf der ganzen Welt haben die Animationsfilme, die wir aus dem Kino kennen, entwickelt. Am Ende ergeben die vielen Teile ein ganzes Puzzle.

Was wir bei Festivals wie dem ITFS wieder ganz deutlich merken: Filme sind Kunstwerke. Sie erzählen gesellschaftskritische Themen herunter im Kleinen durch die Geschichten ihrer Protagonisten.

Die Filmakademie Ludwigsburg trumpft in der BW-Rolle gleich mit mehreren Filmen auf, die wunderbar virtuos gemacht sind und ungewöhnliche Protagonisten zeigen, aber eigentlich auf größere Themen anspielen. In „Shine“ von Alexander Dietrich und Johannes Flick kämpfen zwei fellige Fantasiewesen um die Gunst ihrer hübschen Angebeteten. Sie plustern sich immer mehr auf, möchten sich selbst immer strahlender darstellen, um ihrer Herzensdame zu gefallen. Die ist sichtlich unbeeindruckt. Am Ende krepiert einer der Anwärter an seiner Eitelkeit und der Zurückhaltende, dem es am wichtigsten war, seine Angebetete zu beschützen, erobert ihr Herz. „Shine“ zeigt: Es braucht kein Hollywood. Diese Geschichte erzählen die Studenten der Filmakademie ganz im Kleinen mit tollen Effekten und wunderschönen Animationen.

Die BW-Rolle zeigt deutlich: Um den Nachwuchs aus dem Ländle muss man sich keine Sorgen machen.

Draußen füllt sich der Schlossplatz immer mehr. Viele sind für „Zoomania“ gekommen. In „Zoomania“ leben Tiere in einer menschenähnlichen Welt und gehen denselben Berufen nach. Die ehrgeizige und couragierte Hasendame Judy Hopps ist frischgebackene Polizistin und muss mit der Hilfe des zwielichtigen Fuchses Nick Wilde einen Kriminalfall aufklären, um ihre Karriere zu retten.

Gleichzeitig beginnt im Gloria die letzte Runde des internationalen Wettbewerbs – hier sind die Zahlen zum Herzstück des ITFS:

Die Jury prämiert die besten Kurz- und Langfilme am Sonntagabend als Höhepunkt des Trickfilmfestivals. Drei Preise gibt es insgesamt: Den SWR-Publikumspreis in Höhe von 6.000 Euro, den Lotte Reiniger Förderpreis für Animationsfilm von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg mit 10.000 Euro und den Grand Prix und Großen Animationsfilmpreis des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart in Höhe von 15.000 Euro.

Wir sind gespannt, wer morgen Abend die begehrten Trickstars und Geldpreise mit nach Hause nehmen darf und freuen uns auf den letzten Tag des ITFS.

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