Letzter Tag beim ITFS: Es hagelt Trickstars

Den letzten Tag des Internationalen Trickfilmfestivals starten wir mit einer kleinen Stärkung: Beim Pressebrunch gibt es nicht nur gutes Essen, die Geschäftsführer und Kuratoren erzählen auch, dass sie bisher sehr zufrieden mit dem diesjährigen Festival sind. Für den künstlerischen Geschäftsführer Uli Wegenast ist es das erfolgreichste ITFS überhaupt und auch der kaufmännische Geschäftsführer Dittmar Lumpp betont: „Sobald die Sonne raus kam, war der Schlossplatz voll!“ Nur am Treiben auf dem Schlossplatz, sollte man den Erfolg des Festivals jedoch nicht festmachen, meinen Lumpp und Wegenast, dafür sei das Programm in den Kinos zu wichtig. Obwohl das ITFS keine Quotenveranstaltung sein soll, können sich die Zahlen sehen lassen: Rund 90.000 Zuschauer haben etwa 1.000 verschiedene Animationsfilme gesehen.

Ebenfalls sehr erfolgreich: Die GameZone. Das Kunstgebäude neben dem Schlossplatz verwandelt sich für sechs Tage in ein Paradies für Gamer und VR-Liebhaber. Neun Räume sind gefüllt mit den verschiedensten Computerspielen. Am Sonntag gibt es hier noch einmal ein kleines Highlight: YouTuber Robin Blase alias RobBubble von „GameScope“ hält einen Vortrag darüber, wie man als Gamer einen erfolgreichen YouTube-Kanal aufbauen kann. Sein Tipp: „Let’s Plays sind Out. Es gibt genug andere Themen, über die man Sprechen kann!“

Am Abend ist es dann endlich so weit, die große Preisverleihung steht an! Einige Preise wurden ja bereits in den letzten Tagen vergeben, beispielsweise der Deutsche Animationssprecherpreis an Schauspielerin Alexandra Maria Lara für ihre Darbietung als Schweinedame Rosita in „Sing.“ Die Gewinner der großen Wettbewerbe werden jedoch erst jetzt bekannt geben. Spannung erfüllt den Kinosaal. Nur noch in der letzten Reihe sind einige Plätze frei, weil die Zuspätkommer lieber an der Seite stehen, als sich mit einem schlechten Blick zufrieden zu geben. Im Internationalen Wettbewerb werden gleich vier Preise vergeben, der wichtigste davon ist der Grand Prix. Welcher der über 40 Filme, die an den letzten Abenden die Zuschauer begeisterten, darf den Trickstar und damit 15.000 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen? Mit dieser Frage wird das Publikum natürlich auf die Folter gespannt. Jeder Preis hat eine eigene Jury, die eine besondere Erwähnung und eine Laudatio für den Gewinner erklingen lässt. Das Highlight ist die Kinderjury, die den norwegischen Kurzfilm „When I  Hear The Birds Sing“ zum Gewinner wählt. Dabei war sich Preisträgerin Trine Vallevik Håbjørg nicht einmal sicher, ob ihr Film überhaupt etwas für Kinder ist.

 Preis um Preis wird vergeben, die Siegerfilme kurz angespielt, den Gewinnern gratuliert. Dann ist es endlich so weit, der Grand Prix wird vergeben. Der dafür verliehene Trickstar, darf die Reise in unser Nachbarland antreten. „Impossible Figures and Other Stories II“, ein Film der Polin Marta Pajek überzeugt die Jury durch sein “außergewöhnliches Design” und „beeindruckendes Konzept.“

 

Den Abschluss des 24. Internationlen Trickfilmfestivals in Stuttgart bildet die Verabschiedung des langjährigen kaufmännischen Geschäftsführers Dittmar Lumpp. Nächstes Jahr wird Dieter Krauß diese Position übernehmen. Ob auch er einmal mit einem eigenen Trickfilm geehrt werden wird, so wie Lumpp? Ein besonderer Moment: Das ganze Team stürmt auf die große Bühne, die auf einmal nicht mehr ganz so groß wirkt. Als Einheit stehen sie dort oben im Scheinwerferlicht, wo zuvor die Preisträger standen. Sechs Tage haben sie gearbeitet, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Der Raum leert sich, wir bleiben zurück. Unser Reporter-Abenteuer ist zu Ende. Wir sind fertig, froh und traurig zu gleich. Wir erklimmen die Bühne und genießen selbst kurz das Rampenlicht, auch wenn uns keiner dabei zusieht. Dann verlassen wir das Kino, stehen noch kurz vor der Türe, müssen in die Wirklichkeit zurück finden. Es ist vorbei. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Trickfilmfestival…

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