Das Phänomen Super-Trump – Interview mit Amerika-Experte

Wie viele Menschen haben Trumps Antritt zur Präsidentschaftswahl belächelt. Ein großer, nicht ernst gemeinter Spaß zur Auflockerung der Wahlen. Doch schnell ist klar geworden, dass ein Donald Trump im Weißen Haus gar nicht mehr so unrealistisch ist. Daniel Setili hat mit Amerika-Experte Matthias Enders von der Friedrich-Schiller-Universität Jena darüber gesprochen, warum Trump so unerwartet viel Zuspruch bei den amerikanischen Bürgern findet:
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Zunächst einmal tritt Trump vor allem gegen das Establishment in Washington an, das in seinen Augen veraltet und korrupt ist. Gerade weiße und ältere Republikaner unterstützen ihn, da er in ihren Augen die Realität so wiedergibt, wie sie auch ist. Dazu kommt, dass die Marke „Trump“ für vermeintlichen Erfolg steht und ihm dadurch einen besonderen Bekanntheits-Bonus gibt. Er erhält keine Unterstützung von reichen Spendern, sondern kann sich als Milliardär selbstverständlich selbst finanzieren.

Das Grundvertrauen der Amerikaner in die politischen Institutionen ist zudem so niedrig wie noch nie. Die Bürger halten die meisten Politiker für korrupt und sehen nicht viel Mitbestimmungsfreiraum für die normale Bevölkerung. So bleiben Unterhaltungswert und Image die einzigen Auswahlkriterien, die vielen Wählern noch bleiben. Und gerade in diesem Aspekt ist Trump ein Spitzenreiter. Er macht sich die aktuellen Gefahren zu Nutze und schürt bei den Amerikanern die Angst vor Terrorismus, Einwanderung und vor dem sozialen Abstieg. Gerade das verleitet die Menschen dazu, sich ihm anzuschließen, da sie auf Taten und Schutz hoffen. Kritiker sowie Wahlkampfgegner bemängeln allerding Trumps mangelnde politische Erfahrung und Professionalität.

Dies zeigt sich aber bisher noch nicht: Am vergangenen kleinen Super Tuesday (15. März) gewann Trump die Vorwahlen in Florida, Illinois, North Carolina und Missouri. Seine Kontrahentin Hillary Clinton konnte sich zusätzlich zu diesen Staaten noch in Ohio den Sieg bei der Vorwahl gegen Bernie Sanders sichern. Die nächsten Wahlen finden am 22. und 26. März in unter anderem Arizona, Utah, Washington und Alaska statt.

Florian Koch

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