Backpacking in Norwegen – Ich will nie wieder weg!

In unserer Sendung „…UND WEG!“ auf HORADS 88,6 drehte sich alles um Norwegen: Das Land der Trolle und Fjorde. Wie eine Backpackerin aus Stuttgart das Land und seine Menschen beschreibt und welche Dinge sie so gar nicht erwartet hätte, erzählt sie hier. 

Norwegen – Ein Land mit vielen Gesichtern! Ein Land, in dem es völlig normal ist, bei der Bergwanderung eine Schneeballschlacht zu veranstalten und kurze Zeit später unten im Tal mit Bikini oder Badehose am Wasser zu chillen. Das Land zeichnet sich vor allem durch seine Natur aus:  Die vielen Fjorde, Berge und Wälder bieten Touristen und Wanderern ein unbeschreibliches Bild. Nicht nur die Einheimischen sind von Norwegens Landschaft angezogen: So zieht es jedes Jahr Millionen von Touristen in das nördlichste Land Europas.

Die 21-jährige Stuttgarterin Sarah liebt Reisen und ist ein Naturfan durch und durch. Wenn sie ihren Urlaub plant, dann nur mit Rucksack und Wanderschuhen. „So lernt man die interessantesten Leute kennen und sieht am meisten von der Gegend, die man bereist.“ Backpacken in Norwegen war schon seit langem ihr Traum und so hat sie sich im August 2014 auf den Weg in den Süden des Landes gemacht.

Die Reise …

„In Oslo habe ich viel Zeit am Hafen verbracht, die üblichen Touri-Sachen abgeklappert und meine kleine Geheimbucht entdeckt. Auf der Insel Karmøy bot mir ein polnischer Angestellter der Jugendherberge sein Fahrrad an, mit dem ich die komplette Halbinsel auf dem Atlantik-Radweg erkundete. Den Sandstrand hätte ich von Norwegen gar nicht erwartet. Aber mitten in der Pampa hatte sich die Fahrradkette ausgehängt. Da konnte ich bis zum nächsten Dorf schieben. Und die Häuser sind wirklich sehr weit auseinander. Richtig schön war auch, als ich mit einer Bergbahn in die höheren Regionen Norwegens gefahren bin, wo teilweise noch viel Schnee liegt.“

Karmoy 2Die grüne Küste der Halbinsel Karmøy mit kristallklarem Wasser und strahlend blauem Himmel.

BergenDie regnerische Stadt Bergen mit ihren bunten Holzhäusern.

Was war Dein absolutes Highlight in Norwegen?

„Es gab zu viele schöne Orte. Einmal hab‘ ich in Oslo den falschen Bus genommen und in einem kleinen Paradies -wortwörtlich- gestrandet. Es war eine kleine Bucht namens Bygdøy mitten in der Hauptstadt. Da waren viele große Felsen, ein kleiner Holzsteg und einfach nur das weite Meer. Es war so schön ruhig dort, viele kleine Bäume, nur die Natur und ich – keine anderen Touristen. Und der Sonnenuntergang dort war unbeschreiblich. Am Ende meiner Reise bin ich sogar nochmal dorthin zurückgekommen.“

BygdoyDie Halbinsel Bygdøy mitten in Oslo.

 Gab es auch Dinge, die du von Norwegen gar nicht erwartet hättest?

„Ich hätte nie gedacht, dass das Land so teuer ist. Das war auch der Grund, warum ich viele Dinge, die ich in Norwegen eigentlich machen wollte, nicht mehr erleben konnte. Aber es gab so viele positive Überraschungen: Die Menschen waren so sympathisch. Ich dachte, weil Norwegen doch so ein wohlhabendes Land ist, dass die Einwohner eher arrogant sind, aber das komplette Gegenteil war der Fall. Und die Landschaft war noch viel schöner, als ich es mir erträumt hätte – und so vielseitig.“

FjordEin Blick vom Bus auf den Fjord.

Tipps für Backpacker?

„Nehmt viele verschiedene Klamotten mit. Ich habe Sandstrand, Schnee, Regen, Wind und Sonne während meiner Zeit in Oslo erlebt. Man muss auf jedes Wetter gefasst sein. Das kommt aber ganz auf die Region an. Außerdem solltet man vorsichtshalber ein Zelt mitnehmen. Als ich in die Stadt Bergen kam, wollte ich spontan eine Unterkunft buchen, aber alle Hostels in der Stadt waren ausgebucht. Und Bergen ist glaube ich die Stadt mit der höchsten Niederschlagsrate Europas – also ständig Regen.“

DCIM102GOPRODie Landschaft Norwegens könnte unterschiedlicher gar nicht sein. Links das regnerische Bergen und rechts am sonnigen Strand von Karmøy.

 Hat sich das eine oder andere Vorurteil, das du über Norwegen und dessen Einwohner hattest, bewahrheitet?

„Die roten Häuser, bei denen man immer an Norwegen oder Schweden denkt, stehen wirklich überall. Das macht diesen skandinavischen Charme aber auch aus. Und es gibt wunderschöne Fjorde, die von Urlaubern immer so angepriesen werden.“ Oslo-BergenMit dem Bus von Oslo nach Bergen. Die typisch roten Häuser Skandinaviens.

Welche Erfahrungen hast du mit den Einwohnern Norwegens gemacht?

„Eigentlich nur gute. In der Stadt Kopervik auf einer Insel Norwegens habe ich mich oft morgens in ein bestimmtes Café gesetzt und meinen Kaffee genossen. Da war jedes Mal eine Gruppe Frauen, die einen Frauenklatsch oder sowas veranstalteten und mich komisch ansahen. Nach drei Tagen sprach mich eine der Damen an, was ich denn hier mache. Als ich sagte, ich sei Touristin, sah sie mich verdutzt an und fragte, was es denn an dieser Insel so besonders wäre. Das konnte ich gar nicht fassen, weil die komplette Gegend einfach so wunderschön war. Sie waren aber begeistert, dass ich als Mädchen allein das Land bereise.“

Nochmal durch Norwegen backpacken?

„Auf jeden Fall! Aber dann gehe ich weiter in den Norden und erkunde dort die Landschaft, die wieder ganz anders sein soll als die südlicheren Regionen, in denen ich war. Ich empfehle es allen Backpackern weiter – eine unvergessliche Zeit!“

 Die Norwegen-Sendung auf HORADS 88,6 verpasst? Einfach nachhören:

[soundcloud]https://soundcloud.com/horads-88-6/sendung-und-weg-das-auslandsmagazin-310516-norwegen[/soundcloud]

 

Text: Jana Schüler
Fotos: Sarah Michelberger

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