Der Fels in der Brandung

Nicht steinhart, sondern wunderbar weich umspülen die neuen Töne der aus Atlanta stammenden Indie-Rock-Band Deerhunter unsere Ohren. Mit der zweiten Single Breaker, aus ihrem mittlerweile siebten Album Fading Frontier, schafft es das Quartett tatsächlich, abermals neue Seiten zu offenbaren.

Anders, als auf ihrem Garage-lastigen Vorgängeralbum präsentieren Deerhunter verträumte Gitarren und entsprechend passende Vocals. Ganz besonders im Chorus, in dem sich zum ersten Mal Gitarrist Lockett Pundt zu Frontmann Bradford Cox in den Lead-Gesang gesellt, kann man die besungenen Wellen vor seinem geistigen Auge geradezu wogen sehen.

Und wo wir schon beim Gesang sind: Gewiss werden keine neuen Gefilde betreten – thematisch bleibt sich die Band treu – was aber gewiss auffällt, ist der Querverweis zu dem Autounfall, den Cox 2014 erlitt und sofort zieht man die Parallele zu Radioheads bekannten Opener Airbag. Alles in allem ist Breaker ein schöner, poppiger Ritt auf den Wellen und macht Lust auf Meer (Verzeihung, der musste sein).

Wer sich gerne live von Deerhunters Qualitäten überzeugen möchte, kann Mitte November zu einem der zwei Deutschlandkonzerte (Heidelberg und Berlin) auf ihrer kommenden Europatour gehen und sich von den Wellen mitreißen lassen.

(Niklas Schöttle)

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