Im Wohnzimmer beim…


26.07.2021 | „Sommerwind“ (Teil 3)


In meiner zwanzigsten Sendung präsentiere ich euch den dritten Teil meiner Mixreihe: Sommerwind. Diesmal mit Gedicht-Intro meinerseits, gefolgt von Jungle-, Dub-, Drum’n’Bass-, Indie- und deutschem Singer/Songwriter-Sound. Ich wünsch‘ euch positive, sonnige Ausblicke in dieser bisweilen doch ziemlich turbulenten Sommerzeit. Seid lieb zu euch! 🙂


Trackliste


00:07 | jack pierce & beth luckhurst – the four winds [bbc; ausschnitt; intro]
01:10 | *micon – einen sommer, der nie endet* [instrumental: spinvis – tienduizend zwaluwen]
04:42 | dub fx – the sky
09:29 | congo natty – get ready
14:05 | culture shock – renaissance
14:52 | the future sounds of london – papua new guinea (high contrast mix)
22:09 | mrsa – different
27:40 | ms. dynamite – dy-na-mi-tee
30:48 | the cure – close to me
33:32 | kiko bun – where i’m from
35:15 | state of mind – sunking
41:06 | mungo’s hi fi, soom t – did you really know?
44:12 | l’entourloop – delight for old chicken
47:49 | kurt vile – pretty pimpin‘
52:23 | moritz krämer – um raus zu sein
55:12 | niels frevert – ich würde dir helfen, eine leiche zu verscharren, wenn’s nicht meine ist
59:27 | the jesus and mary chain – just like honey [ausschnitt; outro]

Für Kontakt zur Sendung, zur Musik und zu meinen Mixes schreibt einfach an: mich@mannaufdercouch.de. Alle Einzeltitel findet ihr hier in einer Spotify-Playlist.


*MiCon – Einen Sommer, der nie endet*


..und auf der langen Rückfahrt sehe ich sie vor mir,
in sich versunken, auf dem Beifahrersitz.

Draußen zieht an diesem hellen Tag eine betörende Landschaft vorbei,
unter strahlender Sonne, an wolkenlosem Himmel.

Ich betrachte die geschwungenen Furchen an ihrem Arm, den sie — in diesem Moment für ihr Ganzes, wie mir scheint — an der Windschutzscheibe abstützt.

Zugleich denke ich an einen geteilten dieses an Eindrücken reichen Nachmittags.
Leise und unmittelbar regt sich etwas, dringt empor…

Aus anderswo verborgenen Tiefen,
einer Urahnung gleich,
vom Vergänglichen und Ewigen,
von bewegtem Sein.

In schimmerlichtiger, anscheinend ‚echterer‘ Sphäre beginne ich zu schreiben,
schlafe dann, ergänze wann, erfasse nicht, erspüre:

Einen Sommer, der nie endet,
immer weiter schwingt in Gelb und Grün und Blau,
in tragenden Wellen wohnt;

einen Sommer, der nie endet,
cremeduftend vom heißluftigen Urlaub schwärmt,
von bleibenden Tagen träumt;

einen Sommer, der nie endet
nach süßem Fruchteis schmeckt und salziger Brise,
„Trage mich fort.“ flüstert;

einen Sommer, der nie endet,
musikumweht in offenen Kanälen widerhallt,
warme Herzen streichelt;

einen Sommer, der nie endet,
rotbackig und fußkribbelnd auf versengter Wiese flätzt,
leiswohlig brummt;

einen Sommer der nie endet,
einen wohl unauffindbaren,
doch wenn ich nicht suchte:
Wo läge der Sinn?


Allgemeines zur Sendung


Jeden zweiten Montag um 21:00 seid ihr herzlich willkommen im Wohnzimmer beim MannaufderCouch! Der MannaufderCouch wird „im normalen Leben“ meist einfach Micha genannt und ist von seinen 38 Lenzen die überwiegende Zeit Musikenthusiast durch und durch.

Ich freu‘ mich riesig, dass ich „an dieser Stelle auf dieser Welle“ 😉 meine Lieblingsmusik und meine Neuentdeckungen mit euch teilen darf. Es erwartet euch eine große Bandbreite unterschiedlicher Stile und Spielarten.

Kurz zu mir und meiner Musikleidenschaft: Musik zusammengestellt hab‘ ich eigentlich schon immer: „saß wochenlang zu Hause, mit ’nem Tape auf Rec und Pause“, heißt’s in einem meiner liebsten deutschen Hip-Hop-Tracks, „RAG-Time“ von RAG aka Ruhrpott AG. So fing das auch bei mir an – und war ganz eng mit besonderen Radioerlebnissen verbunden.

Dann entwickelte sich aus der von mir so geschätzten, weil oft so ganz unstandardisierten „Crazy-Verspieltheit“ der 90er heraus eine Radiolandschaft, die mir im Allgemeinen nicht mehr entsprach. So habe ich erst nach und nach wieder „daran angedockt“, unter ganz neuen technischen Gegebenheiten, mit den vielen heutigen Möglichkeiten von Digital- bis Webradio und weltweiter Verfügbarkeit auch lokaler Formate. Was immer da war und wo ich die technischen Weiterentwicklung über die Jahre immer mitging, waren Platten und CDs, Mini-Discs, mp3s, YouTube, so viele Konzerte, Spotify, all der feine Austausch unter Liebhabern der feinen wie schrägen Töne… Das hat mir meine Begeisterung am Zusammenbringen und Teilen von Musik mit offenen und, wie ich, eher „normierungsgenervten“ Menschen erhalten.

So kam ich um das Jahr 2007 konsequenter Weise zu fortlaufenden, ineinandergreifenden Mixes. Und habe diese seither immer weiter entwickelt, vor Allem aber: ausdifferenziert. Denn in meiner Rolle als „Mixtape Artist“ geht es mir weniger um das Perfektionieren einer bestimmten Spielart, mehr um „Neues“ in allen Formen. Aus der stetigen Suche nach Synergien zwischen und in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen. Immer mit dem Ziel, neue Hörerlebnisse zu schaffen.

Auszüge aus denen darf ich hier wöchentlich mit euch teilen. Wenn ihr mir dazu etwas mitteilen möchtet oder Interesse an meiner Musik im Allgemeinen habt, mehr davon hören möchtet, schreibt einfach an: mich@mannaufdercouch.de.

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