Im Wohnzimmer beim…


10.05.2021 | „Springing“ (Teil 7)


In meiner vierzehnten Sendung präsentiere ich euch den siebten Teil meiner Multi-Genre-Mixreihe: Springing. Frühlingserwachen 2021. Voller Tatendrang. Mit „Lockerungen für Geimpfte“ als Ausdruck der neuen Leichtigkeit… Ja, es sind schon verrückt-verschobene Zeiten gerade. Umso wichtiger, euch ein wenig frischen musikalischen Wind um die Ohren wehen zu lassen. Viel Freude damit!


Trackliste


00:00 | max cooper, sarriad khan – weakness of the flesh (1/2)
00:25 | [intro/begrüßung]
01:26 | london grammar – californian soil
04:58 | spoon – lines in the suit (1999 ’30 minutes old‘ home demo version)
07:02 | valerie june – smile
10:18 | songhoy blues – dournia [1 | life]
13:39 | neil young, promise of the real – running to the silver eagle
15:27 | wende – voor alles [2 | vor allem]
20:28 | marc moulin – balek
24:36 | brian tyree henry – we can always come back to this
28:41 | flying lotus, niki randa – between memories
30:09 | ben howard – far out
33:46 | london grammar – america
37:05 | siddhartha khosla – the kids (super bowl sunday)
38:33 | kid loco – claire (kazam rmx)
42:57 | warsaw village band – u mojej matecki [3 | at my mother’s]
47:02 | gabriel ríos, devendra banhart – la torre
50:44 | spinvis – muchos celestiales
51:45 | ben howard – what a day
55:49 | max cooper, sarriad khan – weakness of the flesh (2/2)
57:13 | [lyrollage: springing, teil 7]

Für Kontakt zur Sendung, zur Musik und zu meinen Mixes schreibt einfach an: mich@mannaufdercouch.de. Alle Einzeltitel findet ihr hier in einer Spotify-Playlist.


Übersetzungen


[1] Songhoy Blues – Dournia [Songhai -> Englisch]

Leben

Last night a D.J. saved my life
Last night a D.J. saved my life, yeah
‚Cause I was sittin‘ there bored to death
And in just one breath he said
You gotta get up
You gotta get off
You gotta get down, girl
You know you drive me crazy, baby
You’ve got me turning to another man
Called you on the phone
No one’s home
Baby, why’d you leave me all alone?
And if it wasn’t for the music I don’t know what I’d do, yeah
Last night a D.J. saved my life
Last night a D.J. saved my life from a broken heart
Last night a D.J. saved my life
Last night a D.J. saved my life with a song
You know I hopped into my car, didn’t get very far, no
Before I had you on my mind, why be so unkind?
You’ve got your women all around

All around this town
But I was trapped in love with you and I didn’t know what to do
But when I turned on my radio
I found out all I needed to know
Check it out
Last night a D.J. saved my life
Last night a D.J. saved my life from a broken heart
Last night a D.J. saved my life
Last night a D.J. saved my life with a song
Last night a D.J. saved my life
Last night a D.J. saved my life from a broken heart
Last night a D.J. saved my life
Last night a D.J. saved my life with a song
Hey, listen up to your local D.J.
You better hear what he’s got to say
There’s not a problem that I can’t fix
‚Cause I can do it in the mix
And if your man gives you trouble
Just you move out on the double
And you don’t let it trouble your brain
‚Cause away goes trouble down the drain
Said away goes trouble down the drain
Well alright
Double time
Last night a D.J. saved my life
There’s not a problem that I can’t fix
‚Cause I can do it in the mix
‚Cause I can do it in the mix
In the mix, in the mix, in the mix, in the mix, in the mix
In the mix, in the mix, in the mix, in the mix, in the mix

[2] Wende – Voor Alles [eigene Übertragung: Niederländisch -> Deutsch]

Vor Allem

Vor zu vielen Menschen in einem Aufzug, oder Bus,
oder einfach einem Raum,
Vor den Girlanden aus
Galaxien, Schleiern, Nebeln und ihren schwarzen Löchern,
Vor meinem eigenes Gehirn,
Einigen Insekten, Frauen, ihren Stimmungen und Stimmen,
Vor kochendem Wasser, Membranen, Scheren, Atmung

Vor den meisten Belanglosigkeiten — großen und größeren
Vor der Zeit meiner Eltern,
Als man von Kanzeln herab, in Kaseln,
Die Hölle und das enge Himmelstor androhte,
Vor einigen Geräuschen
Und dem Leben in diesen Geräuschen,
Vor Mails und SMSen,
Vor Briefumschlägen auf meinem Tisch —

Vor Allem Angst gehabt, vor Allem immer Angst gehabt,
Vor Allem Angst gehabt,
vor Allem immer Angst gehabt,

— Vor Träumen und Dämonen,
Vor Ausschluss und so gut wie allem Unbekannten,
Vor den Elementen,
Vor Volk und Vaterland,
Vor großen Menschenmengen, vor der Türklingel und vor Bestrafung,

Vor ausgewiesenen Irren und einigen Familienmitgliedern,
Der Schule und allem, was danach kommen musste,
Vor dem Anblick, den ich biete und nicht bieten möchte,
Vor der Qual angeborener Scham —

Vor Allem Angst gehabt, vor Allem immer Angst gehabt,
Vor Allem Angst gehabt,
Vor Allem immer Angst gehabt,

— Vor der Wahrheit,
Oder, besser: der Dynamik harter Fakten,
Vor Zukunft, Vergangenheit, dem sprunghaften Hier und Jetzt,
Vor Typen, die mit Messern spielen,
Vor Tieren, wenn auch nicht den meisten,
Vor Personen, die schnaubend behaupten, frei zu sein von aller Furcht,

Vor Gedanken, anderen oder eigenen,
Spuren, Höhe, Zeichen, Tiefe,
Allem was sich der Sprache entzieht,
Vermutungen jeglicher Art,
Vor Gott, doch umso mehr meiner Leidenschaft, vor Allem immer Angst gehabt,
Nicht unverbindlich, sondern mit Fug und Recht,

Vor Allem bis oben in den Atem Überzeugten,
In der Lehre Reinen bis ins Mark Angst gehabt,
Bis hin zum Stupiden und Sinnlosen, mit Scheuklappen und verbissener Loyalität,
Vor Allem immer Angst gehabt —

Vor Allem Angst gehabt, vor Allem immer Angst gehabt,
Vor Allem Angst gehabt,
Vor Allem immer Angst gehabt,

— Sowohl vor dem großen Griff
Als auch vor den letzten ausgefransten Kanten,
Kleinsten Teilchen, Neutronen, Elektronen,
Allem Größeren als dem zurückweichende Selbst,
Vor Atmosphären und Schwingungen
Und der Gewissheit, in einem Wimpernschlag auch daheim alles los zu sein,

Vor Gebäuden ohne Fenster,
Vorm Sterben, allen Toten,
Vorm Tod-Sein vielleicht etwas weniger,
Vor dieser Feststellung,
Vor dem Feststellen,
Vor Kindern, die Fragen stellen,
Doch mehr noch vor diesen Fragen —

Vor Allem Angst gehabt, vor Allem immer Angst gehabt,
Vor Allem Angst gehabt,
Vor Allem immer Angst gehabt,

— Doch nicht vor dir!
Nicht vor dir!

[3] Warsaw Village Band — U Mojej Matecki [Polnisch -> Englisch]

At my Mother’s

At my mother’s house the glasses were ringing
And now they will not ring because there’s no daughter

Oylalala oylalala, oylalala oylalala
Oylalala oylalala, oylalala oylalala

Glasses, ring as you rang
Boys, love as you loved

Oylalala oylalala, oylalala oylalala
Oylalala oylalala, oylalala oylalala

(TRUMPET SOLO)

The boys are where there’s white floor
The boys gather where they feel there are girls

Oylalala oylalala, oylalala oylalala
Oylalala oylalala, oylalala oylalala


Allgemeines zur Sendung


Immer montags um 21:00 seid ihr herzlich willkommen im Wohnzimmer beim MannaufderCouch! Der MannaufderCouch wird „im normalen Leben“ meist einfach Micha genannt und ist von seinen 38 Lenzen die überwiegende Zeit Musikenthusiast durch und durch.

Ich freu‘ mich riesig, dass ich „an dieser Stelle auf dieser Welle“ 😉 meine Lieblingsmusik und meine Neuentdeckungen mit euch teilen darf. Es erwartet euch eine große Bandbreite unterschiedlicher Stile und Spielarten.

Kurz zu mir und meiner Musikleidenschaft: Musik zusammengestellt hab‘ ich eigentlich schon immer: „saß wochenlang zu Hause, mit ’nem Tape auf Rec und Pause“, heißt’s in einem meiner liebsten deutschen Hip-Hop-Tracks, „RAG-Time“ von RAG aka Ruhrpott AG. So fing das auch bei mir an – und war ganz eng mit besonderen Radioerlebnissen verbunden.

Dann entwickelte sich aus der von mir so geschätzten, weil oft so ganz unstandardisierten „Crazy-Verspieltheit“ der 90er heraus eine Radiolandschaft, die mir im Allgemeinen nicht mehr entsprach. So habe ich erst nach und nach wieder „daran angedockt“, unter ganz neuen technischen Gegebenheiten, mit den vielen heutigen Möglichkeiten von Digital- bis Webradio und weltweiter Verfügbarkeit auch lokaler Formate. Was immer da war und wo ich die technischen Weiterentwicklung über die Jahre immer mitging, waren Platten und CDs, Mini-Discs, mp3s, YouTube, so viele Konzerte, Spotify, all der feine Austausch unter Liebhabern der feinen wie schrägen Töne… Das hat mir meine Begeisterung am Zusammenbringen und Teilen von Musik mit offenen und, wie ich, eher „normierungsgenervten“ Menschen erhalten.

So kam ich um das Jahr 2007 konsequenter Weise zu fortlaufenden, ineinandergreifenden Mixes. Und habe diese seither immer weiter entwickelt, vor Allem aber: ausdifferenziert. Denn in meiner Rolle als „Mixtape Artist“ geht es mir weniger um das Perfektionieren einer bestimmten Spielart, mehr um „Neues“ in allen Formen. Aus der stetigen Suche nach Synergien zwischen und in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen. Immer mit dem Ziel, neue Hörerlebnisse zu schaffen.

Auszüge aus denen darf ich hier wöchentlich mit euch teilen. Wenn ihr mir dazu etwas mitteilen möchtet oder Interesse an meiner Musik im Allgemeinen habt, mehr davon hören möchtet, schreibt einfach an: mich@mannaufdercouch.de.

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